Bürogebäude

Das solarcomplex-Bürogebäude: 3.000 m² Büro- und Wohnfläche eines 60er Jahre Hauses wurden im Jahr 2014 auf Passivhaus-Standard saniert.
solarcomplex Bürogebäude in Singen
Die Süd-, West- und Ostfassaden sowie das Dach sind mit PV-Modulen belegt.
solarcomplex Gebäude Südfassade
PV und Solarthermie auf dem Dach runden das Energie-Konzept ab.
solarcomplex Gebäude Dach

Vom Bürohaus der 60er Jahre zum Passivhaus - das solarcomplex Gebäude

Eine erfolgreiche Energiewende basiert auf den 3 E’s: Energieeinsparung, Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Bei der energetischen Sanierung des eigenen Büro- und Wohngebäudes in der Ekkehardstr. 10 in Singen hat solarcomplex diese Erkenntnis mustergültig umgesetzt.

Energieeinsparung

Bei einer Geschossfläche von gut 3.000 qm hat das Gebäude vor der Sanierung jährlich rund 30.000 Liter Heizöl benötigt, das entspricht einem Endendenergiebedarf von rund 100 kWh/qm*a. Nach der Komplettsanierung wird der Heizwärmebedarf bei unter 15 kWh/qm*a liegen, eine Reduktion um den Faktor 6! Erreicht wurde dies durch eine konsequente Dämmung der Hüllflächen des Gebäudes, den Einbau von passivhausgeeigneter 3-Fach-Verglasung, das Optimieren von Wärmebrücken (neue Balkone) sowie den Einbau einer kontrollierten Be- und Entlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Bezogen auf den CO2-Ausstoss fällt die Einsparung noch höher aus, da der deutlich reduzierte Wärmebedarf aus erneuerbaren statt fossilen Energien gedeckt wird.
Auch beim Strombedarf wurden Einsparpotentiale mobilisiert, z.B. durch den Einbau neuer, hocheffizienter Heizungspumpen sowie, durch den Einbau neuer Beleuchtungstechnik.

Energieeffizienz

In Deutschland wurde (Stand 2015) etwa ein Drittel des Stroms aus erneuerbaren Energien bereit gestellt, etwa zwei Drittel aus Kohle, Gas und Atomkraftwerken. In den fossil-atomaren Kondensationskraftwerken wird bei einem elektrischen Wirkungsgrad von im Mittel 40% mehr als die Hälfte der eingesetzten Brennstoffe als Abwärme an die Umgebung abgegeben, eine beklemmende Ineffizienz. So entspricht die Abwärme aller deutschen Großkraftwerke zusammen etwa dem Heizbedarf sämtlicher (!) Gebäude in Deutschland. Bei der Stromerzeugung aus Blockheizkraftwerken (BHKWs) liegt der elektrische Wirkungsgrad ebenfalls bei rund 40%, aber es kann der größte Teil der anfallenden Abwärme zu Heizzwecken genutzt werden. Der Gesamtwirkungsgrad liegt damit ungefähr doppelt so hoch(!), bei 80 – 90%.      
Im solarcomplex-Gebäude wurde ein BHKW mit einer Leistung von 5 kWel und 15 kWth installiert, es wird mit 100% Bioerdgas betrieben. Der erzeugte Strom kann weitgehend im Gebäude selbst genutzt werden, eine eventuelle Einspeisung von Restmengen wird nach EEG / KWK-G vergütet. Die erzeugte Wärme wird in einem großen Puffer mit 50.000 Liter gespeichert.

Erneuerbare Energien

Die Philosophie des solarcomplex-Gebäudes zielt auf einen möglichst hohen direkten Solarertrag, sowohl passiv (Wärmegewinne über die Fensterflächen der Südfassade) als auch aktiv (Strom über Photovoltaik und Wärme über Solarkollektoren). Dazu wurden alle sonnenbeschienenen Fassadenflächen als Ernteflächen ausgebildet. Auf der Ost-, Süd- und Westfassade sowie auf dem Flachdach sind Photovoltaikmodule mit einer Spitzenleistung von 90 kW verbaut. Über den Tagesverlauf ergibt sich durch die Ausrichtung nach den Himmelsrichtungen eine relativ gleichmäßige Angebotskurve. Vormittags Ostfassade und Flachdach, mittags Südfassade und Flachdach sowie nachmittags Westfassade und Flachdach. Da in einem Bürogebäude der Strombedarf überwiegend tagsüber (PCs, Kopierer, Fax, Kaffemaschinen, Fahrstuhl, etc.) anfällt, kann der Solarstrom weitgehend selbst verbraucht werden. Eine eventuelle Einspeisung von Restmengen wird nach EEG vergütet. Dass der Restrombezug aus dem Netz über einen Ökostromtarif erfolgt, ist selbstverständlich.

Fazit

Auch mit einem typischen Bürohaus der 1960er Jahre ist eine massive Reduktion des Energiebedarfs sowie eine vollständige Umstellung auf erneuerbare Energien problemlos möglich. Die energetische Sanierung des solarcomplex-Gebäudes kann als Blaupause für Tausende ähnlicher Gebäude allein in Baden-Württemberg dienen.

Energiekonzept des solarcomplex-Bürogebäudes
Gebäudesdeschema Bürogebäude
Energiekonzept
  • Dämmung der Gebäudehülle mit Isofloc - Passivhausstandard
  • Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung
  • 3-Fach-Verglasung - Passivhausstandard
  • Entfernung bestehender Kältebrücken - neue Balkone
  • Hocheffiziente Heizungspumpen
  • Neue Beleuchtungstechnik (LED, Energiesparlampen)
  • Biogas BHKW 5 kWel und 15 kWth
  • Solarthermie
  • Pufferspeicher 50.000 Liter
  • 90 kW Photovoltaik auf Dach und Fassade zur Eigenstromnutzung

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Das solarcomplex-Gebäude können Sie besichtigen. Informationen zur solarcomplex Passivhausführung finden Sie hier.